Szenenausschnitt Rechts

Innerhalb der rechtsextremen Szene in der BRD ist der NSU kein Einzelfall, bei dem Rechtsterroristen Hinweise auf Verbindungen in den oben beschriebenen Themenkomplex aufweisen. Daher scheint auch deshalb die weitere Untersuchung möglicher Zusammenhänge angebracht. Zur Verdeutlichung dessen, werden fünf Akteure der rechtsextremen Szene, bei denen solche Hinweise vorliegen, exemplarisch dargestellt.

Didier M
Im Prozess um den geplanten Sprengstoffanschlag bei der Grundsteinlegung für die Synagoge in München im Jahr 2004 wird der Täter und Anstifter Didier M. als ein seit 2002 geführter V-Mann des BfV enttarnt. Das Magazin Compact schreibt über ihn: „Er sei, so argumentiert die Verteidigung „Lehrmeister“ der Sprengstoffattentäter gewesen.“ „Während der Haupangeklagte Martin Wiese 2005 zu sieben Jahren Haft verurteilt wird, tauchte der französische V-Mann ab und erhielt eine neue Identität“.[1]

Peter Naumann
Im Jahr 1988 wurde Naumann „u.a. wegen eines Sprengstoffanschlages“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und „1990 vorzeitig“ entlassen.[2] Naumann war zwischen Januar 2007 und 31.12.2008 für die NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag als Parlamentarischer Berater tätig;[3] wie auch aus einer Internetseite der Partei hervorgeht.[4] Der Rechtsterrorist Naumann steht in Verbindung zu den von Heiz Lempke angelegten Waffenverstecken in Hessen und Niedersachsen(siehe Kap. Kap.4.3) „Naumann unterhielt nachweislich Kontakte zu der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann.“ Unter anderem wurden seine Fingerabdrücke auf einem Handbuch, „OSS Sabotage & Demolition Manual“, das sich in einer Kiste in einem von Lempkes Waffenverstecken befand, festgestellt.[5]

Anton Pfahler
Pfahler ist „ein seit 1964 bekannter Rechtsextremist“. Er war Funktionär der WSG Hoffmann, der DVU, der REP und der NPD. Ein Blick in den engeren Personenkreis zeigt Klaus Dick als seinen Vertrauten, den Skinhead Thomas Gmeiner, den „im Zusammenhang mit Wehrsportübungen bekanntgewordenen Jörg Michalz“ und Alexander Larrass, der „einen Teil seines Lebensunterhaltes aus Waffenverkäufen bestritt“. In den Kreis wurde durch das LfV Bayern ein verdeckter Ermittler eingeschleust, danach am 23./ 24.06. 1998 erfolgte der polizeiliche Zugriff.[6]

Sebastian Seeman
Im Prozess wegen Raubüberfalls gegen Robin Sch. Wird der „Neonazi Sebastian Seeman als V-Mann enttarnt. Er war in 178 Fällen u.a. Körperverletzung und Waffengesetzverstöße verurteilt worden. Seeman habe jedem, den er kannte scharfe Waffen und Sprengstoff angeboten, ist dem Magazin Compact zu entnehmen.[7]

Gerd Ulrich
Ulrich war Anhänger „der verbotenen Wiking Jugend“, „führte seit etwa Juni 1993 mit Gesinnungsgenossen Wehrsportübungen durch“ und „verfügte über enge Kontakte zu Peter Naumann“. Zum engeren Kreis um Ulrich zählen laut BfV auch Andreas Theißen, Michael Kleinfeld und Martin Lilge.[8]

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[1] Vgl. Compact; Staatliche Brandstifter; Ausgabe 1/2012; S. 22
[2] Vgl. BfV Spezial; Rechtsextremismus, Nr.21; Stand: Juli 2004; S.10
[3] Vgl. Spiegel; Schlägerei in Sachsens NPD-Fraktion; 12.11.2008
[4] Siehe http://www.npd-neumarkt.de/berichte-ab09-2010.html; Zugriff: 27.08.12, 11.16 Uhr
[5] Vgl. Focus; Lauter Einzeltäter; 21.05.2012
[6] Vgl. BfV Spezial; Rechtsextremismus, Nr.21; Stand: Juli 2004; S.7
[7] Vgl. Compact; Staatliche Brandstifter; Ausgabe 1/2012; S. 22
[8] Vgl. BfV Spezial; Rechtsextremismus, Nr.21; Stand: Juli 2004; S.10, 11

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